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    • Papsttreuer

      Danke für die Nachfrage. Es geht mir dabei nicht so sehr um Aktionen, da habe ich mich nicht richtig ausgedrückt, sondern um Schwerpunktsetzungen. Und die scheinen mir als regelmäßigem Leser der Mitgliedsmitteilungen auf dem moralischen Zeigefinger zu liegen. Als Gegenbeispiel möchte ich Pro Femina e.V. nennen, bekannt geworden durch die Aktion 1000plus, die sich intensiv um die Beratung und Hilfe in Schwangerschaftskonflikten kümmern. Ich glaube, beides ist notwendig, die eine Stoßrichtung ohne die andere unvollständig. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren, wenn Sie mehr Informationen haben.
      Gottes Segen für Sie!

    • Leser

      Danke. Mir fällt auf, dass im Zusammenhang mit Abtreibung sehr schnell von einem “moralischen Zeigefinger” die Rede ist, meist als Totschlagargument gegen christliche Initiativen, während diese Redewendung in naheliegenden Themen wie Pädophilie, Missbrauch, Vergewaltigung, Beschneidung von Mädchen, Jugendschutz/Pornographie etc. und anderen Bereichen ethischer und strafrechtlicher Auseinandersetzung so gut wie nie verwendet wird.

      Wirft irgend jemand Amnesty Int. wegen deren aktueller Plakatkampagne einen “moralischen Zeigefinger” vor oder fordert den Rücktritt bei Amnesty-Mitgliedschaft? Was ist mit den Teilnehmern z. B. der “Demos gegen Rechts”, die sich ja häufig ausdrücklich gegen Personen in ihrer Gesamtheit und nicht nur gegen deren problematische Ansichten wenden, warum kommt dort niemand auf den Gedanken, es handle sich nicht um legitimen und erforderlichen Protest, sondern um einen “moralischen Zeigefinger”?

      Kann es sein, dass Abtreibung auch im christlichen Bereich nicht mehr als das verstanden wird, was es grundsätzlich weiterhin laut § 218 ist, nämlich ein Verbrechen? Warum hört man inzwischen fast flächendeckend im christlichen Bereich, im völligen Gegensatz zu allen anderen Straftatbeständen könne sich Abtreibung nur durch Beratung und ohne Einflussnahme auf die Täter verhindern lassen? Wer oder was hat uns da so verblendet? Wie kann es sein, dass eine Handlung, die Artikel 1-3 GG nach eine höchst amoralische und verfassungswidrige ist, in Deutschland nur “wertfrei” und “ergebnisoffen” diskutiert werden darf, als gäbe es bei der Tötung von Kindern weder richtig noch falsch, weder Schuld noch Täter oder Opfer?

      Auch fällt mir auf, dass der “moralische Zeigefinger” im christlichen Bereich häufig dann angesprochen wird, wenn man den Eindruck hat, da möchte sich jemand abgrenzen und im akzeptablen Bereich halten. Kann es sein, dass es sich manchmal um einen “reziproken moralischen Zeigefinger” handelt, der bisweilen tatsächlich von jenen erhoben wird, die ihn aus Gründen der Selbstrechtfertigung (ihrer Meinung, Position oder ihres (Nicht-)Verhaltens) anderen, vermeintlich schwärzeren, Schafen vorwerfen, damit man sich selbst aus der Schusslinie bringt?

      (Dies meint keine Wertung zwischen den verschiedenen Herangehensweisen und Schwerpunkten von Organisationen wie ALfA und Pro Femina, die in diesem Bereich aktiv sind.)

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