One Comment

  1. Bastian

    Hallo Herr Honekamp,

    auf das Beileid verzichte ich hier.
    Das klingt aus fremdem Mund immer so aufgesetzt und unehrlich.

    Aber ich kann Ihre Gefühle nachvollziehen.
    Auch ich war eigentlich erst erleichtert, als mein Vater nach kurzer, aber schwerer Krankheit erlöst wurde.
    Wir waren uns nie sehr nahe; ein tief traumatisierter jugendlicher Kriegsheimkehrer konnte mit seinen späteren Kindern nur wenig anfangen.
    Gewalt und Alkohol waren ständige Begleiter unserer Beziehung.
    Erst kurz vor seinem Tod konnte ich für ein paar Stunden in seine Seele schauen.

    Das ist jetzt über 30 Jahre her.
    Man sollte jetzt doch meinen, daß mein Vater aus meiner Erinnerung völlig verschwunden wäre.
    Das ist er aber nicht….im Gegenteil.
    Sein Bild nimmt vor meinem Auge immer mehr Kontur an.
    Und immer häufiger frage ich mich, der ich jetzt so alt bin wie er damals, wie er in meiner Situation entschieden hätte.
    Oder wünschte, daß er das noch sehen könnte, was ich jetzt sehe.

    So stimmt denn auch der Satz, daß die Verstorbenen erst dann richtig tot sind, wenn sich keiner mehr an sie erinnert.
    Und das ist bei meinem Vater noch lange nicht so.

    Zum Gruß

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