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  1. Hallo,
    ich hab echt große Probleme mit dem Begriff ‘Glaubenswissen’. Für mich sind das zwei Begriffe, die entweder in einer zeitlichen Abfolge auftreten oder aber sich sogar widersprechen. Wie wahrscheinlich deutlich wird, bin ich Atheist und zwar einer, der nicht aus Enttäuschung dazu geworden ist, sondern auf Dauer zu der erleuchtenden Erkenntnis gekommen ist. Deswegen hab ich aber nicht aufgehört, mich weiterhin mit Religion und Glauben zu beschäftigen. Oft habe ich mit Gläubigen, die jeweils mehr oder weniger fundamental eingestellt sind, Diskussionen geführt, immer auf der Suche nach Erkenntnis bzw. Wissen darüber, warum man an soetwas wie einen Gott glaubt. Klar, geh ich sowas eher wissenschaftlich an, aber warum sollte Wissenschaft jemandem auch im Weg stehen, wenn man den Glauben verstehen will!? Bei diesen Diskussionen bin ich eigentlich immer nur zu der Erkenntnis bzw. zu dem Ansatz der Erkenntnis gekomme, daß Glaube nichts weiter als die Suche nach psychologischer Sicheheit ist, Abschottung vor zu komplizierten Antworten. Diese Abschottung materialisierte sich dann auch fast physisch während der Gespräche, wenn man sich einem bestimmten Punkt näherte und die Argumente der Gläubigen stagnierten ab da. Wie gesagt, ich versuche offen zu sein gegenüber dem Glauben, aber ich erlebe ihn einfach zu oft als Abschottung vor der Suche nach Wissen über die Welt, als Grund für Stagnation, als Quelle für Intoleranz gegenüber legal frei gewählten Lebensweisen und als ärgerlichen Grund für die Beeinflussung politischer Entscheidungen. Gern möchte ich mehr erfahren, aber auf diesem Weg entferne ich mich eher davon als daß es mir hilft, es wirklich zu verstehen.

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