3 Comments

    • Túrin Turambar

      Ich sehe das ähnlich, aber nicht genau so – wobei man das als Wortklauberei abtun kann, die ich aber durchaus für relevant halte (wohl, weil es sich um meine Wortklauberei handelt).

      Die Frage ,,Ist es barmherzig, ein Leben ohne Sünde zu fordern?” ist eine sinnvolle Frage. Kurz: Ja.
      Ein Leben in Sünden ist tolerabel, aber nicht akzeptabel. Ersteres für einen selbst und andere, letzteres objektiv. Es wäre umgekehrt unbarmherzig, es nicht zu fordern (in diesem Fall ist ein Drittes nicht gegeben). Wobei fordern ein eigenartig gewählter Begriff ist. Die Barmherzigkeit besteht darin, von Jesus, der Wahrheit zu berichten und zu belehren. Das wird und wirkt aber hypokritisch, wenn man sein Leben nicht selbst danach ausrichtet, oder zumindest es versucht.

      Gottes Barmherzigkeit beschränkt sich nicht auf die Vergangenheit – auch, wenn sie die Umkehr vorraussetzt: immerhin kann man wiederholt beichten, was bei den Gewohnheitssünden, den sogenannten Todsünden, auch notwendig ist, um sie zu überwinden. Sie ist in diesem Sinne nicht ,,vorauseilend” – aber sie wird da sein. Als Christen sind wir aufgefordert so barmherzig, wie unser Vater im Himmel, zu sein. Auch, wenn sich manche im voraus auf unsere Barmherzigkeit verlassen und dies ausnutzen, so ist dies zu verzeihen, denn selbes tut auch der Vater. Es ist nur zu beachten, daß das eine eigene, besonders schwere, Sünde ist, der sich auch jeder Katholik schuldig macht (sie ist logisch gesehen, als solche unter Gläubigen notwendig verbreiter), wenn er bewusst eine Sünde begeht, eingedenk Gottes Barmherzigkeit und der Möglichkeit der Beichte. Im allgemeinen sehr schwach mit Hoffart übersetzt. ,,Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.”

      Timor fundamentum salutis est, praesumptio impedimentum timoris.
      Spes sine timore praesumptio est.

      Die Furcht ist die Grundlage des Heils, die Hoffart ein Hindernis für die Furcht.
      Hoffnung ohne Furcht ist Hoffart.

      Tertullian ist zwar mit Vorsicht zu genießen, aber dumm war er mit Sicherheit nicht.

      Grüßle
      Túrin Turambar

    • Papsttreuer

      Danke für diese Gedanken, die ich mal nicht als Widerspruch sondern sinnvolle und notwendige Ergänzung werte.
      Gottes Segen!

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