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  1. akinom

    “Was hat das eigentlich alles mit uns heute zu tun?” Mir kam bei dieser Frage folgender Gedanke:

    Wäre es nicht gut für uns und die Welt, wenn wir den Zeigefinger Wunden Jesu legen würden, die ihm heute zugefügt wurden, von mir, von den Meinen und von der Welt? Sind wir, seine Jünger, dazu hinaus gesandt?

  2. Mit Sicherheit eine der spannendsten Bibelstellen; zumindest für mich, gerade, wenn man im wissenschaftlichen Bereich tätig ist, und sehr viel auf „Fakten“ gibt. Da will man Thomas Recht geben und versteht Ihre Sympathie: wenn ich nicht fühlen und sehen kann, dann kann das auch nicht sein. Thomas vertraut insofern weder den Worten seiner Freunde, noch dem Glauben als solchem, sondern auf Empirie. Vielleicht wird gerade deswegen auch das Wort Benedikts von der Nähe des Atheisten und des Gläubigen in diesem Moment so wahr. Für mich persönlich ist der Text deswegen so interessant, weil er ganz klar macht: Christus ist auferstanden, mit allem, was dazu gehört; es ist nicht nur eine geistige oder symbolische Auferstehung, es ist eine „fassbare“, eine, die wortwörtlich bis ins Fleisch und Mark geht. Er ist keine Erscheinung, kein Hirngespinst und auch nicht aus dem Grab gestohlen worden. Da gibt es keine Theorie, kein großes Gerede oder Deutung – Jesus steht bei seinen Jüngern wie damals, und die Wunden sind ersichtlich. Und das wie selbstverständlich, wie Thomas dann verblüfft feststellen muss.

    Insofern schließe ich mit Carvaggios Interpretation des Ereignisses:

    https://en.wikipedia.org/wiki/The_Incredulity_of_Saint_Thomas_%28Caravaggio%29

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